BUND Diepholzer Moorniederung

Rastplatz DHM - Ein neues Trittsteinbiotop

 

Ein neues Trittsteinbiotop

Die seit Mitte der 1980er Jahre laufenden Schutzmaßnahmen für die Moorgebiete der Diepholzer Moorniederung zeigen Erfolg. Die Kraniche nehmen die weiten renaturierten Moorflächen als neuen europaweit bedeutenden Rastplatz auf ihrem Zugweg an.

Der Rastplatz im europäischen Zusammenhang

Große Nahrungsflächen, gute Schlafplätze und geringe Störungen lassen immer mehr Kraniche die Diepholzer Moorniederung als Trittstein zwischen der nordostdeutschen Rügen-Bock-Region und dem nordostfranzösischen Rastplatz Lac du Der nutzen - sowohl im Herbst als auch im Frühjahr.

In der Regel treffen die ersten Kranichverbände bereits Ende Februar auf ihrem Rückzug in der Diepholzer Moorniederung ein. Viele machen dann hier eine Rast, um nach wenigen Tagen weiter in ihre Brutgebiete nach Skandinavien zu fliegen. Einige verbleiben auch im Gebiet der DHM und brüten hier.

Das Zentrum eines Rast- oder Sammelplatzes bilden ein oder mehrere Schlafplätze. Sie befinden sich in Gewässern mit Flachwasserbereichen, in denen die Kraniche nachts stehend schlafen. Tagsüber suchen die Tiere auf nahe gelegenen Ackerflächen nach Nahrung. Schlafplätze werden z.T. erst nach langen Jahren angenommen.

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Hier lässt es sich aushalten

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Die Zugroute über Deutschland
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In der Diepholzer Moorniederung gibt es nach geologischer Definition (mindestens 30 cm Hochmoortorfauflage) über 24.000 ha Hochmoor, verteilt auf 15 Hochmoore von überwiegend je 1.500 bis 2.000 ha Größe. Diese bilden gemeinsam mit der Dümmerniederung die Kerngebiete naturnaher Flächen im Naturraum. Zwar wurden diese Hochmoore überwiegend entwässert, abgetorft und land- und forstwirtschaftlich genutzt, dennoch sind sehr naturnahe Teilbereiche erhalten geblieben. Sie wurden durch umfangreiche Instandsetzungs- und Pflegemaßnahmen des Naturschutzes bereits auf mehreren tausend Hektar erhalten und renaturiert und damit als Kranichrastplatz wieder attraktiv.

Die grossen Rastplätze in der DHM:
Die Naturschutzgebiete Rehdener Geestmoor und Neustädter Moor.

Als Faktoren, die in den letzten Jahren zu einer positive Entwicklung der Kranich-Population in der Diepholzer Moorniederung beigetragen haben, sind die Qualität der wiederhergestellten Rastplätze sowie der Schutz gegen Störungen durch Besucherlenkung in der Diepholzer Moorniederung zu nennen. Denn: ausreichend Nahrung und sicher gegen Störungen - das zeichnet einen guten Kranich-Rastplatz aus.

Gleichzeitig ist durch extensive Grünlandbewirtschaftung in den Moorrandbereichen ein vielfältiges Nahrungsangebot für den Kranich geschaffen worden.

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Kranich Aktuell - Auf dem neusten Stand
Die regelmäßigen Kranich-Zählungen werden unter Kranich Aktuell dokumentiert.

Rehdener Geestmoor und Neustädter Moor - zwei Kranich-Rastplätze

Die großen Rastplätze in der Diepholzer Moorniederung sind u.a. die beiden Naturschutzgebiete (NSG) Neustädter Moor und Rehdener Geestmoor. Die Schlafplätze der Vögel befinden sich innerhalb der störungsfreien nassen Moorflächen. Zur Nahrungsaufnahme fliegen die Kraniche die landwirtschaftlichen Nutzflächen der Umgebung an. Diese Bereiche sind rund um die Moore zu finden und lassen sich nicht klar abgrenzen.

Karteninformationen im Detailfenster:
Zwei Rastplätze auf einen Blick
Die langwierigen Renaturierungsmaßnahmen zeigen ihre ersten Erfolge.

Dass sich die beiden Hochmoore als Trittsteinbiotope auf dem Zugweg der Kraniche etablieren konnten ist einer Vielzahl an Beteiligten zu verdanken. Neben dem Engagement zahlreicher Privatpersonen, haben sich auch Vereine und Institutionen für deren Schutz eingesetzt. In Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden sowie Fachplanern konnten in den Mooren eine Vielzahl an Renaturierungsmaßnahmen umgesetzt und die Moore für den Naturschutz entwickelt werden.

Die Rastflächen:
Neustädter Moor und Rehdener Geestmoor sind in rot aus den Hochmoorflächen der DHM hervorgehoben.

Zur Nahrungssuche:
Die schraffierten Flächen werden von den Vögeln bei der Nahrungssuche angeflogen.

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Nicht nur im Herbst viel los

Frühjahrs-und Herbstzug:
Für die Kraniche zwei unterschiedliche Arten zu reisen.

Die regelmäßigen Aufzeichnungen ergaben, dass die große Zahl der Kraniche während des Herbstzuges die Diepholzer Moorniederung anfliegt. Die Rastzahlen im Frühjahr dagegen fallen weit geringer aus. Die Erklärung findet sich in einem typischen Verhalten der Zugvögel.

Frühjahrszug:

Es besteht ein biologischer Druck, frühzeitig in die angestammten Brutgebiete zurückzukehren. Daher fliegen die Kraniche bei geeigneter Wetterlage (gerne Rückenwind) oft mit weniger Zwischenstopps gen Nordost zurück. Gleichzeitig wird deutlich, dass es sich beim Zugweg um einen Korridor handelt, der je nach Wind und Wetter beflogen wird.

Herbstzug:

Die Kraniche haben mehr Zeit , nutzen die günstigen Nahrungsbedingungen und führen die noch unerfahrenen Jungen mit sich. Wenn die Futtersituation und das Wetter gut sind, bleiben sie gerne ein paar Tage oder Wochen an einem Rastplatz, besonders wenn sie aus der Luft erkennen können, dass ein Gebiet durch die Anwesenheit ihrer Artgenossen offensichtlich gut als solcher geeignet ist.

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Aktualisiert am: 28.10.2013

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